Saisonabschlussbericht – Weibliche A-Jugend 2018/2019

 

Die Saison der weiblichen A-Jugend der SG Adendorf/Scharnebeck startete unter keinem guten Stern. Obwohl die Mannschaft sich nach der Neufindung in der vorherigen Saison gut zusammengefunden hatte, verpassten wir die Qualifikation zur Landesliga bei weitem. Also ging es für uns wieder in die Regionsoberliga. Unser Resümee daraus: Mit einem neuen Trainerteam und nur zwei Trainingseinheiten nach der „Sommerpause“ kann das nicht direkt auf Anhieb klappen.

Umso wichtiger war dann die Saisonvorbereitung für uns. Laufeinheiten am Beachplatz, Krafttraining im Ruderhaus am Schiffshebewerk und ein Trainingslager über das Wochenende sollten Abhilfe schaffen. In die Saison starteten wir übrigens mit 14 Spielerinnen – der Neuzugang per Gastspielrecht aus Bardowick, Ricarda Tomasi, bereits einberechnet.

Besser vorbereitet starteten wir in das erste Spiel um den Staffelsieg in der Regionsoberliga Ost. Dachten wir zumindest. Leider hat es im ersten Spiel nur für ein Unentschieden gereicht. Trotz hängender Köpfe nach dem misslungenen Start, konnte sich die Mannschaft erneut zusammenraffen und startete mit noch mehr Motivation in die nächsten Trainingseinheiten. 22:28 hieß es im Auswärtsspiel bei der JSG Örtzetal. Der Bann war gebrochen und wir gingen mit breiter Brust in die nächsten Spiele. Schnell zeichnete sich ab, dass wir tatsächlich um die Meisterschaft spielen konnten. Das beflügelte natürlich jeden in der Mannschaft.

Kurz vor der Winterpause sollte dann nach langer Siegesserie die erste Zerreißprobe auf uns warten: Der MTV Tostedt war zu Gast. Zu diesem Zeitpunkt Platz eins in der Staffel und bisher ungeschlagen mit keinem einzigen Minuspunkt. Das wollten wir ändern und bereiteten uns bis in die Haarspitzen darauf vor. Die Erkenntnis nach dem Spiel: Vielleicht haben wir uns zu sehr unter Druck gesetzt. Obwohl die heimische Kulisse hinter der Mannschaft stand, verloren wir das Spiel deutlich mit 10 Toren. Das konnte auch Mick Schiemann, die ihre Handballschuhe nach der letzten Saison an den Nagel gehängt hatte und nur für das Spiel als Unterstützung dazu kam, nicht verhindern. Wieder hängende Köpfe und der Gedanke an die Meisterschaft legten etwas Trübsal über den Spieltag. „Abhaken und Kopf hoch“ waren die Worte des Trainerteams nach dem Spiel.

Abgehakt haben wir das Spiel tatsächlich. Der nächste Sieg ließ nicht lange auf sich warten. Direkt eine Woche später gewannen wir, und zwar gegen niemanden geringeren als unseren „Bezwinger“ des ersten Spiels: Die TVV Neu-Wulmstorf unterlag uns klar mit 23:34. Die Aussicht auf Platz 2 in der Staffel beflügelte das Team um Trainer Frieda Bethge und Jannik Sander erneut.

Dann das vielleicht entscheidende Ereignis zur Winterpause: Wie bereits vor der Saison angekündigt verließen uns zwei Spielerinnen in ihr Auslandsjahr nach dem Abi. Helen Hofmann, unsere vorrangige Wahl auf der Mitte-Position, und Lotti Nüsse, heimlicher Spaßvogel des Teams und immer wieder eine Überraschung aus dem Rückraum, verließen das Team mit weinendem Auge. Von sowieso bereits unterbesetztem Rückraum waren nun noch drei etatmäßige Rückraumspielerinnen über. Das hatte zur Folge, dass unsere eigentliche Linksaußen, Sophia Görg, nun vorrangig auf die halben Positionen wechselte und die entstandene Lücke für die restliche Saison hervorragend ausfüllte.

Obwohl wir dachten, dass unsere Chancen auf den Staffelsieg durch das ohnehin schon verpatzte Hinspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Tostedt nun weiter dahinschwand, sollten wir eines Besseren belehrt werden. Ein nicht zu vergessenes Spiel sollte hier das Rückspiel gegen die SV Beckdorf sein: Mit nur 8 Spielerinnen traten wir gegen eine vollbesetzte Mannschaft an und gewannen trotzdem mit 26:22. Diesen Sieg verdanken wir unserer besten Torschützin in diesem Spiel, Karo Soetbeer. Mit 17 Treffern entschied sie das Spiel zu unseren Gunsten.

Auf dem 2. Platz ging es allmählich in den Endspurt. Noch fünf Spiele bis zum Saisonende und noch war der 1. Platz rechnerisch, wenn auch schwer, zu erreichen. Doch das änderte sich mit einem erneuten Unentschieden gegen den TuS Bergen. Eine unkonzentrierte Mannschaftsleistung vergrößerte den Abstand zum MTV Tostedt nochmals. Die restlichen zwei Spiele gewannen wir zwar wieder, dennoch war es rein rechnerisch nun nicht mehr möglich, den Staffelsieg zu erreichen. Dachten wir zumindest, denn wir gingen davon aus, dass die Mannschaft aus Tostedt, die zu diesem Zeitpunkt nur drei Minuspunkte auf ihr Konto zu verrechnen hatte, nicht gegen die Beckdorfer verlieren würden.
Es kam allerdings anders: Tostedt verlor und so war es am Ende nur ein Punkt Abstand zwischen den beiden Top-Favoriten um die Meisterschaft. Ein Finale im letzten Spiel, wer hätte das gedacht?

Einziges Problem: Wir hatten etwas Spielermangel. Kurz nach dem Abgang der beiden zeitweise „Auswandernden“ war Malin Becker leider krankheitsbedingt ausgefallen und unsere Torhüterin, Michèle Böhm, die uns durch ihre starke Leistung so manchen Sieg gesichert hatte, war gerade zum alles entscheidenden Spiel durch einen Schüleraustausch ebenfalls nicht verfügbar. So waren wir zu 10. Aber: Alles halb so wild. Wir konnten aus unserer B-Jugend für adäquaten Ersatz sorgen. Laura Görg, die bereits mehrere Spiele in der A-Jugend erfolgreich ausgeholfen hatte, Janke Glüsing, Merle Tischler und Janina Gembarowski bereicherten die Mannschaft für das alles entscheidende Spiel.

Nach den Erkenntnissen aus dem Hinspiel änderte das Trainerteam nun die Taktik und schwor die Mannschaft auf das letzte Spiel ein. Die tolle Saison und der erstklassige Teamgeist sollten mit einem Sieg belohnt werden. Und so gingen die 14 Mädchen hoch fokussiert ins Spiel. Das merkte man auch von Minute eins an. Karo Soetbeer, die die Saison mit einer Gesamttrefferzahl von 131 Toren (davon 33 von 33 verwandelten 7-Meter) und einem verdienten 2. Platz in der Torjägerliste der Staffel abschloss, erzielte den direkten Befreiungsschlag in der 2. Minute. Darauf folgte eine starke Leo Hosse in der 3. Minute zum 0:2. Offensichtlich war der Bann gebrochen, es lief! Weitere Treffer folgten und mit einer herausragenden Abwehrleistung konnten wir mit einem verdienten 12:13 in die Halbzeit gehen.

Auch die 2. Hälfte des Spiels starteten wir solide, konnten uns aber nicht weit genug vom Gegner absetzen. Tor um Tor ging es auf die 50. Minute zu. Zwei glückliche Konter hintereinander und es stand nach 49 Minuten 18:22. Trotz 4-Tore-Führung waren immer noch 11 Minuten zu spielen und noch war nichts entschieden. Bis in die Haarspitzen fokussiert bereiteten sich die beiden Mannschaften auf die Schlussminuten vor. Doch unsere Mädels ließen nach und eine unglückliche Abwehraktion bescherte einen 7-Meter für die Tostedter. Svenja Riekehr, die normalerweise auf der Kreis-Position glänzte und nun im Tor eingesprungen war, konnte den gut platzierten 7-Meter nicht halten und so stand es nach 56 Minuten 23:24. Die Atmosphäre war zum Zerreißen gespannt. Alle hatten nur ein Ziel – den Sieg! Diese Euphorie schlug nach diesem Gegentreffer in geballte Power um und so landete der Ball zwei Mal erfolgreich ohne ein Gegentor im Netz. 23:26 und noch zweieinhalb Minuten zu spielen. Nach einem weiteren Treffer der Tostedter wollten diese alles geben und gingen in die offene Manndeckung über. Glück für uns, denn Leo Hosse und Maria Richter konnten sich nach Ballgewinn und schnellen Pässen über die Mitte mit jeweils einem Treffer belohnen. Dann – Abpfiff – das Spiel war entschieden. Endstand 24:28. Wir hatten gewonnen. Das Team hatte sich nach einer aufregenden Saison mit vielen Höhen und Tiefen und dem nötigen Ehrgeiz die Meisterschaft verdient erspielt. Dennoch auch ein großes Lob an den Gegner, den MTV Tostedt, der bis zur letzten Sekunde in diesem doch fairen Spiel gekämpft hat.

Leider konnten sich Melli Rücker und Mariel Behnke, die über die gesamte Saison mit einer hohen Trainingsbeteiligung punkteten, nicht mit einem Treffer belohnen. Und doch waren sie ebenfalls wichtige Stützen der Mannschaften und haben auf jeden Fall ihren Teil zum verdienten Saisonabschluss beigetragen. Auch Emma Oertel, die sich nach einem Jahr Handballabstinenz über die gesamte Saison stetig steigern konnte, und Ricarda Tomasi, die sich von Minute eins an super in die Mannschaft integriert hat, haben mit einer soliden Leistung die Mannschaft mit zum Sieg geführt. An dieser Stelle auch ein großes Lob an das Konditionswunder Sophia Kuhlmann, die aufgrund des unterbesetzten Rückraums gerade in den letzten Spielen fast immer durchgespielt hat.

Mädels, Frieda und ich danken euch für die tolle Saison! Es hat uns zu jedem Zeitpunkt super viel Spaß mit euch gemacht und wir schätzen euren Teamgeist und Mannschaftszusammenhalt sehr! Das war der Schlüssel zu eurem Sieg!

 

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